Wie geht Zivilcourage?

Sie wollen helfen wenn andere in Gefahr sind und fragen sich: Wie soll ich mich verhalten?

Hier sind 4 praktische Regeln für mehr Sicherheit.

 


Schritt I – Ruf die Polizei.

Sollten Sie Zeuge/in einer Auseinandersetzung oder eines Verbrechens werden,
verständigen Sie bitte über den Notruf 110 die Polizei. Sie werden mit der
nächsten Einsatzzentrale verbunden.
Teilen Sie den Beamten Ihren Standort und Ihre Beobachtungen mit.
Lassen Sie sich von dem Beamten beim Gespräch führen und legen
Sie erst dann auf, wenn Sie dazu aufgefordert werden.

Bitte geben Sie sich als Anrufer beim Eintreffen der Polizei zu erkennen.

Sollte sich die Situation aufgelöst haben bzw. weniger dramatisch sein,
wie zunächst von Ihnen eingeschätzt, werden Sie keine Vorwürfe zu hören bekommen.

Das Verständigen der Polizei ist oft eine Sekundenentscheidung,
deshalb sollten Sie nach dem Motto handeln: „Lieber zu früh, als zu spät den Notruf wählen“.

Es ist keine Vorwahl für den Notruf erforderlich, der Anruf ist kostenlos.

 


Schritt II – Schaff dir Verbündete.

Ist Ihre Hilfe gefordert, versuchen Sie durch konkretes Ansprechen von Passanten,
diese zur Mithilfe zu bewegen. Der oder die Täter sind von ihrem Vorhaben eher abzubringen,
wenn sie sich einer breiten Front gegenübersehen. Wenn Sie ganz alleine
versuchen die Situation zu lösen, besteht die Gefahr, dass Sie selbst Opfer werden.

Sollten Sie eine gewalttätige Auseinandersetzung beobachten,
sprechen Sie die Umherstehenden gezielt z. B. so an:

„Sie mit der grünen Jacke und Sie mit der Brille und den langen schwarzen Haaren,
kommen Sie mit und helfen Sie mir. Das Opfer braucht dringend Hilfe!!!“
Dadurch holen Sie Menschen aus der Anonymität und einer passiven Haltung.
Teilen Sie auch dem Opfer mit, dass Sie da sind und helfen.

 


Schritt III – Beobachte genau.

Bitte beobachten Sie das Szenario genau, um später detailliert schildern zu können,
wie sich die Tat entwickelt und zugetragen hat.
Prägen Sie sich die Tätermerkmale ein, um eine möglichst genaue Beschreibung
abgeben zu können. Geben Sie sich beim Eintreffen der Polizei als Zeuge
zu erkennen und stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung.

Auch, wenn Sie denken, ihre Beobachtungen seien nicht wichtig
bzw. andere Personen haben sich bereits als Zeuge zur Verfügung gestellt.

Einzelne Beobachtungen tragen oft zur Ergreifung der Täter bzw. zur Rekonstruierung
des Tathergangs bei. Bitte haben Sie keine Angst vor späteren Repressalien durch die Täter,
die Erfahrungen der Polizei zeigen, dass mit solchen Racheakten überhaupt nicht zu rechnen ist.

 


Schritt IV – Fordere andere direkt auf, dir zu helfen.

Sollten Sie selbst Opfer einer Straftat werden, gehen Sie bewusst aus der Opferhaltung.
Lassen Sie sich durch die Täter aber nicht provozieren und provozieren Sie selbst nicht.

Aus der Opferrolle zu treten, erfordert ein aktives Handeln, durch bewusstes
Einsetzen von Körpersprache, laute Stimme und eindeutige Mimik und Gestik.
Teilen Sie den Passanten oder anderen Fahrgästen mit, dass es sich um eine ernste
Situation handelt und ihre Hilfe gefordert ist.

Auch hier gilt wieder konkretes Ansprechen der Helfer
z. B.: „Sie mit der roten Jacke, ich benötige dringend Ihre Hilfe,
helfen Sie mir jetzt sofort“
Durch diese Dringlichkeit fordern Sie eine Unterstützung ein.