Prävention an Schulen

Die Nachfragen und das Interesse von Schulen an Präventionsveranstaltungen für Schüler sowie an Lehrerfortbildungen steigen konstant. Die Beraterinnen der Anlaufstelle via sind gemeinsam mit den Kolleginnen des Frauenhauses in unterschiedlichen Schultypen und in mehreren Jahrgangsstufen unterwegs, um in Empowerment Workshops gemeinsam mit den SchülerInnen das Thema „Häusliche Gewalt“ zu bearbeiten.

Neben der konkreten Präventionsarbeit mit Schülerinnen und Schülern, zeigt sich durch frequentierte Anrufe von Lehrkräften oder anderen MitarbeiterInnen von Bildungseinrichtungen bei der Beratungsstelle via, dass der Bedarf an fundiertem Wissen zum Thema  sowie fachlicher Reflexion und Supervision enorm hoch ist.


 

Nach dem großen Erfolg der „Herzschlag“ Ausstellung mit ihren flankierenden Präventionsveranstaltungen an Schulen und diversen anderen Workshops an Bildungseinrichtungen wurde durch den Kommunalen Präventionsrat Augsburg in Kooperation mit via, dem Staatlichen Schulamt der Stadt Augsburg, dem Sozialen Dienst des Amtes für Kinder, Jugend und Familie sowie dem Frauenhaus Augsburg ein Konzept für eine Lehrerfortbildung zum Thema „Kinder und häusliche Gewalt“ entwickelt, das mittlerweile vorliegt.

Als Ausgangsbasis fanden im Jahr 2011 zwei Lehrerfortbildungen stattfinden, zu denen erst einmal explizit alle SchulpsychologInnen sowie die Beratungs- und Intensivierungslehrkräfte der Grund- und Mittelschulen in Augsburg Stadt eingeladen waren. Weiterführend ist es angedacht, auch dem gesamten Kollegium von interessierten Schulen diese Fortbildung anzubieten bzw. Empowerment-Workshops in Klassen durchzuführen oder die Ausbildung von ausgewählten SchülerInnen (z.B. KlassensprecherInnen) zu sogenannten peer confidants zu begleiten.

Ziel eines Workshops ist es nicht, aufdeckend zu arbeiten; jedoch ist davon auszugehen, dass es in jeder Schulklasse Kinder / Jugendliche gibt, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Für die Durchführung der Veranstaltungen von externen Fachstellen spricht, dass es den SchülerInnen oft leichter fällt, persönliche Erfahrungen, Gefühle und Meinungen zum Ausdruck zu bringen. Zu neutralen externen Fachkräften stehen die Kinder und Jugendlichen in keinem Leistungs- bzw. Bewertungsverhältnis.

Die Funktion eines Leitungstandems wird hier noch einmal in besonderem Maße deutlich: Kinder und Jugendliche, die während eines Workshops signalisieren, dass sie nicht zum Thema arbeiten können oder wollen, müssen die Möglichkeit haben sich zurückziehen zu können. Eine der Fachkräfte kann in solchen Situationen für Stabilisierung des betroffenen Kindes / Jugendlichen sorgen, während die andere mit der Durchführung des Workshops fortfährt.

 


 

Die Wirkung der Empowerment-Workshops hängt aber nicht nur von der pädagogischen und fachlichen Kompetenz der außerschulischen WorkshopleiterInnen ab. Entscheidend für Gelingen und Nachhaltigkeit der Schulveranstaltungen ist die Bereitschaft der Schule, also von Schulleitung, Lehrerkollegium und Schulsozialarbeit,

– sich auf das Thema einzulassen
– im Erziehungs- und Bildungsalltag eine konsequente Haltung gegen Gewalt – insbesondere gegen häusliche Gewalt – einzunehmen
– AnsprechpartnerIn für betroffene Kinder und ihre Eltern
– und Brücke ins Hilfesystem zu sein.

Den Lehrkräften im Schulalltag eine Hilfestellung zu bieten, für das Thema „Kinder und häusliche Gewalt“ zu sensibilisieren und zugleich die Zusammenarbeit zwischen Schule und Fachstellen zu fördern ist das Ziel von Fortbildungsangeboten.

Die Handreichung zur Lehrefortbildung kann über den Kriminalpräventiven Rat Augsburg bezogen werden. Der Titel des Handouts lautet: „Hinter Rosengittern – Häusliche Gewalt und die Mitbetroffenheit der Kinder“.