Die kommunale Langzeitstrategie für Prävention

Die präventive Langzeitstrategie “CTC – Communities That Care“ hat zum Ziel, Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Präventionsaktivitäten im Bereich der sozialen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zielgenauer, wirksamer und im Erfolg überprüfbar zu machen. Die in den USA entwickelte Arbeitsmethode wurde vom Landespräventionsrat Niedersachsen (LPR) im Rahmen des Modellversuchs „SPIN – Sozialräumliche Prävention in Netzwerken“ von 2009 – 2012 erfolgreich auf Übertragbarkeit getestet (s. auch www.ctc-info.de).


Alle Kinder und Jugendlichen in einer Gemeinde oder einem Stadtteil sollen von dem CTC-Ansatz profitieren. Je nach Problembelastung soll in Teilgebieten (Stadtteil, Sozialraum etc.) mit intensiveren Anstrengungen geantwortet werden. CTC unterstützt kommunale Akteure dabei, eine gemeinsame bereichs- und ressortübergreifende Strategie zur Verringerung von verschiedenen Verhaltensproblemen bei Jugendlichen zu entwickeln: Jugendgewalt und Delinquenz, Alkohol- und Drogenmissbrauch, vorzeitiger Schulabbruch, Schwangerschaften von Teenagern, sowie depressive Symptome.

Aus der Forschung ist bekannt, dass verschiedene Umstände („Risikofaktoren“) in den Bereichen der Familie, der Schule, der Gleichaltrigen und des sozialen Umfelds die Wahrscheinlichkeit des Auftretens dieser Verhaltensprobleme erhöhen. Bestimmte Schutzfaktoren können diesen Risiken entgegenwirken. CTC konzentriert sich auf diejenigen Risiko- und Schutzfaktoren, deren Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen ist und die sich auf einer lokalen Ebene beeinflussen lassen. Das Ausmaß dieser Faktoren für ein bestimmtes (Teil-)Gebiet kann durch eine repräsentative Befragung der Jugendlichen aus diesem Gebiet gemessen werden – durch die CTC-Schülerbefragung. Diese standardisierte Fragebogenerhebung versetzt die kommunalen Akteure in die Lage, die für die jeweilige Gemeinde oder den Stadtteil wichtigsten Faktoren zu priorisieren. Diese vorrangigen Faktoren können nun durch einen akteursübergreifenden Ansatz angegangen werden. Bei CTC werden Programme und Maßnahmen empfohlen, deren Wirksamkeit nachgewiesen ist oder die ausreichend erfolgversprechend sind. Dafür wurde die Datenbank „Grüne Liste Prävention“ entwickelt (www.grüne-liste-prävention.de).